Bücher
4. Semester: Experimentelles Buch
"Das kleine Buch des großen Wissens"
Der Daseinszweck eines Buches besteht in der Bewahrung und Vermittlung von Wissen.
Bücher sollen somit den Erhalt der kulturellen Errungenschaften gewährleisten, die die Grundlage für
gesellschaftliche Weiterentwicklung bedeuten. Wie sichert man jedoch diese Bücher? Kann man nicht reproduzierbare Bücher
und deren Inhalte für die Ewigkeit konservieren ohne ihren eigentlichen Zweck, das Gelesenwerden, unmöglich zu machen?
Mit dieser Frage beschäftigt sich mein "experimentelles Buch".
Dieses Experiment stellt das Problem anhand von zwei Exemplaren
des gleichen Buches dar: Dieses beinhaltet eine kleine Sammlung von Wissensfragmenten aus den Bereichen
Philosophie und Politik, Literatur und Kunst, und Naturwissenschaft.
Es beinhaltet also Fragmente, die symbolisch für die Inhalte unserer westlichen Kultur stehen und
zweifellos würdig sind, der Nachwelt erhalten zu bleiben, aber auch immer wieder in
Erinnerung gerufen werden sollten.
Das erste der beiden Buchexemplare steht dem Leser frei zur Verfügung; es soll gelesen werden,
und dabei nimmt man seine Zerstörung und Beschädigung in Kauf. Im Gegensatz zum ersten
Exemplar ist das zweite sicher verwahrt: Es wurde „konserviert“ (Ich konservierte es symbolisch in einem Einmachglas...)
sicher und unbeschadet, aber auch ungelesen. Solange, bis jemand diesen Schutz aufhebt,
um es aufzuschlagen – und zu zerstören.